Hilfe,
ich bekomme ein Schwesterchen!
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Darf ich mich vorstellen: mein Name ist Balea. Meine Wiege stand in Senden bei Familie Griesbauer, vielen besser bekannt als Zuchtstätte von Sandau. Und bei dem Stichwort Wiege sind wir auch gleich beim Thema. Familienzuwachs ist immer so eine Sache, und nicht einmal ich konnte mein Frauchen davon abhalten, mein luxuriöses und behütetes Leben als Einzelhund zu beenden und mir einen kleinen, fieppenden, frechen und (Orginalton) "sooooooooooo süßen" Geschwisterhund ins warme und immer gemachte Nest zu legen. |
Mein Herrchen wußte es immer schon - naja,
zumindest anfangs. Er fand nämlich schon die Idee, mich zu adoptieren
nicht besonders gelungen. Mein Frauchen wäre aber nicht die, die sie
ist, wenn sie ihren Kopf nicht durchgesetzt hätte, und so erfüllt
sie sich mit mir einen lange gehegten Traum. Für meine überragende
Rasse entschied sie sich nicht nach einem Kinobesuch (wie es viele in meinem
Geburtsjahr oftmals zum Schaden einiger meiner genetischen Verwandten taten),
sondern weil wir Dalmatiner als Familienhunde gelten, gerne viel laufen,
gut mit Pferden können und vor allem kurzhaarig sind. Frauchen
informierte sich gut, bevor sie sich einen ordentlichen Züchter suchte,
und als ich am 12. April 1996 zusammen mit sieben Geschwistern das Licht
der Welt als Tochter von Ambra (von Sandau) und Anderl (von der Stadt München)
erblickte, war Frauchen quasi schon gewähr bei Fuß. Vom Tag
meiner Geburt an kam Frauchen so oft sie nur konnte zu mir und meiner Hundefamilie.
Zu Hause in Augsburg liefen die Vorbereitungen für meinen Einzug auf
Hochtouren.
| Ach, es war eine herrliche Zeit. Herrchens
Herz war mir vom ersten Augenaufschlag an sicher, und als ich am 23.Juni
1996 bei Frauchen einzog wußte ich: gleich nach meiner Mama war es
mir hier am liebsten. Eigentlich war es mir nach kurzer Zeit sogar lieber
bei Susanne, als bei Mama, schließlich hatte ich die Zweibeinerin
und ihren Rüden ganz für mich alleine, während ich Mama
mit einer Horde vierbeiniger Kollegen teilen mußte.
Ich hatte mich wirklich schnell eingelebt, die Katze
meines Frauchens war mehr auf der Flucht vor mir und meinem Spieltrieb
als dazu bereit, mir irgendwelche Probleme zu machen. Mit der Zeit freundete
ich mich mit Hexe richtig an. |
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Bei einem unserer regelmäßigen Besuche in meinem Elternhaus fing es schließlich an. Die Halter meiner Mama mauschelten mit meinem Frauchen, daß Ambra vielleicht nochmal Mama werden soll, und die leuchtenden Augen Susannes versprachen nichts gutes. Als mir Mama bei einem späteren Besuch erzählte, daß sie wieder schwanger sei, ahnte ich schreckliches. Reichte es nicht schon, daß wir eine zweite Katze, gerufen Baby, bekommen hatten?!? Das Verderben stand schon unmittelbar vor der Türe, als Frauchen und Herrchen abends immer öfters über die Vor- und Nachteile einer Familienvergrößerung diskutierten. Naja, diskutiert haben sie eigentlich gar nicht, heute scheint es mir, als wäre es immer schon ausgemachte Sache gewesen. Als Frauchen dann auch noch ein größeres Auto kaufte, hätte ich es endgültig wissen müssen.... |
| Eines schönen, warmen Tages im August 1998 war es dann soweit. Das Telephon meines Frauchens klingelte, sie packte hastig mich und einige Dinge zusammen, stieg ins Auto und brauste mit mir nach Senden. Das hätte in ganz entspannter Besuch in meiner Wiegenstatt werden können, wenn nicht in meiner Wiege Mama und ein neuer Schwung kleiner Dalmatiner gelegen hätte. Es bedurfte nicht lange, mir meine erschöpfte Mutter und diese acht kleinen Teufel anzusehen, die so unschuldig mit noch geschlossenen Augen ihrem Leben entgegensahen, wegen mir hätten wir nach einer viertel Stunde wieder Heim fahren können. In mein schönes, kuscheliges Zuhause, das ich mir nur mit meinen samtpfötigen Freundinnen teilte, die mich in Ruhe ließen. | ![]() |
| Frauchen jedoch war wie verzaubert. Sie wollte sich garnicht mehr von den kleinen Monstern trennen. Hey, ich weiß doch, wie die Masche funktioniert, schließlich habe ich sie praktisch erfunden: mach einen auf süßes Hundchen und schon hast du einen vollen Futternapf auf Lebenszeit sicher. | Doch auch mein offener Boykott half nichts, immer wieder fuhren wie die "süßen Kleinen" besuchen, mindestens zweimal die Woche, und die Wochenenden verbrachten wir praktisch nur noch in Senden. |
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Während ich immer auf der Flucht vor der quieckenden Bande einen möglichst großen räumlichen Abstand zu der Brut herstellte, hört ich trotzdem, wie Herrchen und Frauchen darüber berieten, welches Exemplar aus der Babyschar zukünftig bei uns leben sollte. Eigentlich wollten Frauchen und Herrchen eine kleine Dalmatinerdame mit braunen Flecken, die frechste Wanze aus dem Wurf wurde es dann trotz schwarzer Flecken. Einen Namen hatte mein damit amtliches Schwesterchen auch schnell bekommen: Chiara. Und mich hat natürlich keiner gefragt. | ![]() |
Eure Balea
created by BALEA
copyright (c) 1999 by Karin Mayr
Letzte Änderung
16.02.1999